|
Hong Kong 2002 - ein Tagebuch - | |
![]() | Mittwoch, 7.8.2002
Heute geht es also los - etwa 9 Wochen Hongkong und China stehen mir nun bevor! Der Weg beginnt in der Heimat - mit dem Auto geht es nach Stuttgart. Dort ist Zeit, den modernen Flughafen mit seiner Besucherterasse anzusehen. Um 11:45 dann wird es ernst - Abflug nach London, wo ich knapp 1:30 Stunden spaeter ankomme. Viele Wolken konnte ich bei dem Hinflug sehen (wie Wattebaeusche von oben) - tolle Impressionen. Kleine Luecken im Wolkenteppich lassen mich sogar den Aermelkanal erkennen, und auch der Anflug auf London ist sehr schoen. Zugegeben, Heathrow ist sehr gross, aber 6 Stunden dort zu verbringen ist dennoch kein Kinderspiel. Etwa 10 mal laufe ich den Einkaufsbereich in Terminal 3 ab, mit all seinen noblen Geschaeften. Als endlich der Flug CX250L aufgerufen wird, bin ich schon sehr froh und als nach einer kleinen Startverzoegerung (falsche Windrichtung) das Flugzeug endlich abhebt - noch mehr. |
![]() | Donnerstag, 8.8.2002
Es ist ein angenehmer Flug, der Platz am Notausgang war noch fuer mich frei. Langsam wird man auf China eingestimmt. Das Essen laesst schon das Flugziel erahnen, aus dem Fenster kann man alerdings die ganze Zeit ueber leider nichts erkennen. Um 13 Uhr dann erreicht die Boeing 747-400 dann Hong Kong, Wolkenkratzer tauchen auf.. Recht international geht es noch im Flughafengebaeude zu, die erste Umstellung dann erst bei der Fahrt in die Stadt: Fremder Baustil, heisses, feuchtes Tropenklima, fremde Leute.. Angekommen in Kowloon nehme ich den Airport-Bus K2 zur KCR Station, die in unmittelbarer Umgebung des Wohnheims sein muss. Mit Koffer unterwegs und bei 90% Luftfeuchtigkeit komme ich ganz schoen ins Schwitzen. Am Hostel angekommen (es ist Nachmittags) bekomme ich erst einmal fuer 1 Tag ein Zimmer zugewiesen, dort sind nur Chinesen. Erster kurzer Spaziergang durch das Stadtviertel Tsim Sha Tsui, dann aber frueh ins Bett |
![]() | Freitag, 9.8.2002
Ausschlafen ist angesagt, danach dann erst einmal telefoniert - einerseits mit Jacqueline, wegen des Briefings, dann mit Duc. Nach dem Zimmerwechsel von 4F in 3D treffe ich Leo - Chinesischer Mitbewohner - und gehe mit ihm zum Freuhstuechen zum MacD . Das zweite Zimmer ist nun ein internationales, wie sich herausstellen wird: Deutsche, Franzosen, Hollaender, Chinesen usw. Leider macht die Regenzeit ihrem Namen alle Ehre, und so kann ich meinen ersten richtigen Erkundungsgang nur mit Regenschirm unternehmen. Abends treffe ich mich mit Duc, wir gehen gemeinsam mit einer Bekannten von ihm (Claire aus Hamburg) Vietnamesisch Essen und anschliessend im Kneipenviertel Hongkongs (auf der Insel) auf Tour. MadDogs, eine britische Kneipe, war das Ziel. Eine Faehre der Startferry brachte Duc und mich dann zurueck. |
![]() | Samstag, 10.8.2002
Heute eher geruhsamer Morgen, also bis 11h ausschlafen. Da es mir schon gestern unmoeglich gewesen ist, ein Internetcafe zu finden, bekomme ich heute die Moeglichkeit, in Leos Buero EMails zu lesen und zu schreiben. Bei dieser Gelegenheit zeigt er mir auch gleich die wichtigsten Gebaude in der Uni. Der Campus ist uebrigens recht schoen, Bachsteinban - und damit evtl. etwas untypisch fuer die Hongkong Bauart. Dann, so gegen 14 Uhr meldet sich Duc bei mir - wir machen ein Treffen am Time-Square aus fuer Nachmittag. Ein Bus bringt mich hin (Tunneldurchfahrt), dann heisst es fuer einige Stunden Shoppen, Tramfahren, chinesisches Imbissessen testen usw.. Abends, nachdem Duc nach Hause gefahren ist, packe ich meine Kamera aus und mache erste Aufnahmen der Stadt. Die Daemmerung geht sehr schnell hier, um 19 Uhr wird es dunkel, so dass sich tolle Lichterszenen usw ergeben. Der Statue-Square ist gut besucht, Philippinos machen hier Samstags und vor allem Sonntags Picknick, praktisch direkt auf den Strassen im Zentrum. Nach einem Aufenthalt dort nehme ich abermals die Starferry nach Hause, laufe die Uferpromenade ab (sehr eindrucksvoll) und unterhalte mich in der Flat noch eine Weile mit Leo, bevor es dann gegen 12h sowohl schluss fuer den Tag als auch fuer mich heisst. |
![]() | Sonntag, 11.8.2002
Wieder sehr lange im Bett, bis 11:30h. Der Jetlag ist halt immer noch bemerkbar, ausserdem sind die Klimaanlagen hier sehr laut, so dass es schwer faellt, nachts einzuschlafen. Sonntags haben hier ja alle Geschaefte offen, also erstmal im Park'n'Shop einkaufen gehen. Mein "Vor-Bett-Mieter", Nidal aus Deutschland, eigentlich Syrer, Joris und Rahmi nehmen mich auf einen ersten weiteren Ausflug mit - es geht nach Stanley, an der Suedkueste von Hongkong Island. Die Busfahrt dauert jeweils etwa 1 Stunde, ich bekomme das erste mal die Natur um die Stadt herum zu sehen. Im Zielort ist ein Touristenmarkt, ziemlich bekannt - den Nachmittag verbringen wir hier. Gegen 19h erreichen wir wieder unsere Flat, also frueh genug, um noch einmal um die Suedspitze Kowloons zu laufen. Dabei komme ich u.a. mit einer Interviewgruppe von chinesischen Schuelern ins Gespraech, und auch mit einem zukuenftigen Architekten aus Peking, der hier sein Studium aufgenommen hat. |
![]() | Montag, 12.8.2002
Es wird langsam ernst - der erste Arbeitstag steht an. Um 9:30 h gehe ich erst einmal zu Jacqueline von IAESTE, sie haelt eine kurze Einfuehrung ueber Hongkong und die Uni. Dabei Treffe ich auch meine Arbeitskollegin fuer die naechsten 6 Wochen, Milena aus Jugoslawien. Ab 10:30h sind wir dann im Buero - Kristian aus Norwegen, unser Vorgaenger, uebergibt uns seine Arbeit und zeigt, was wichtig ist. Dann treffen wir Tina (kurze Einfuehrung in SAO), Joey (Zeitkonto usw..), Dorinda (neue Chefin des SAO). Letztere laedt uns gegen mittag dann auch zu einem kleinen Willkommenslunch ein, mal eine Moeglichkeit, wirklich originales, gutes chinesisches Essen zu versuchen. Der erste Tag vergeht sonst recht flott - abends spaziere ich mit Milena durch die Stadt, genauer gesagt durch das Suedliche Kowloon mit seinem Park und den noblen Hotel und Einkaufsvierteln. |
![]() | Dienstag, 13.8.2002
Erste Versuche stehen an, die Arbeit zu organisieren und aufzuteilen. Meine Kollegin scheint nicht gerade sehr viel Ahnung von Programmierung usw zu haben - also gebe ich ihr erst einmal die Aufgaben, die mit Design zu tun haben. Sie arbeitet sich in Frontpage ein, ich mich in PERL. Es geht recht flott voran, wir koennen schon bald erste Ergebnisse vorweisen. Alles sonst noch wichtige (EMail Accounts, ICQ) wird ebenfalls eingerichtet. Abends nutze ich das gute Wetter aus und ziehe abermals mit der Kamera an die "Skyline", um eine Zeitrafferaufnahme zu versuchen. Der erste Film fuellt sich langsam. |
![]() | Mittwoch, 14.8.2002
Perl, perl, perl... das wird mich die naechsten Tage wohl begleiten, also weiter Gehversuche in dieser fuer mich neuen Sprache. Wie nicht anders gedacht, faellt es sehr leicht, sich einzuarbeiten - erste Programme funktionieren schon und so habe ich gegen Ende des Tages die ersten Check-Skripten fuer die Eingabeformate bereits fertig. Nach der Arbeit nochmal durch das Stadtviertel "flaniert", spaeter kurz auf der Party in unserem Flat. |
![]() | Donnerstag, 15.8.2002
Den Tag verbinge ich im Buero, es geht gut voran, weniger Glueck habe ich dagegen seit einiger Zeit in der Kantine. Das Essen sieht zwar sehr gut aus, allerdings bekomme ich immer die falschen Speisen, vom Geschmack her sind sie nicht so toll. 17:30 schalte ich meinen PC aus und treffe am Heimweg noch kurz Nidal, der mich zu seinem Abschiedsessen morgen abend einlaedt. Dann geradewegs nach MongKok: interessante Maerkte gibt es dort zu sehen, den Bird Market, wo man Papageien und andere exotische Federtiere antrifft, den Flower Market und den Nightmarket, ein Strassenbereich, der nachts ueber fuer Autos gesperrt und den Fussgaengern ueberlassen wird. DVDs, Cameras usw. ueberall. 2 DVDs kann ich nun auch mein eigen nennen (70 HK$). Zurueck in der Flat, schaue ich einige Chinabilder der beiden Franzosen an, die haben ihren Trip schon hinter sich. Nachts dann eine Art Abschiedsparty von meinem Arbeitsvorgaenger, Kristian. Einige interessante Leute trifft man dort (Amerikaner), gegen 1:30 mache ich Schluss fuer heute, morgen heisst es schliesslich wieder: raus aus dem Bett! |
![]() | Freitag,16.8.2002
Arbeit - natuerlich! Heute war aber Zeit, mal mehr private Sachen zu tun (Internet...) - in der eigentlichen Arbeit sind wir schon weit genug fortgeschritten! Ueberprueft wird man sowieso nicht richtig, also freie Zeiteinteilung. Also, der eigentliche Plan fuer heute abend: auf den Victoria Peak, denn die Aussicht muesste heute ganz gut sein. Um 19 Uhr ist aber das Essen zu Nidals Abschied angesagt - also muss ich den Ausflug wieder mal verschieben. Die indonesischen Gerichte schmecken gut, 15 Leute sind dabei und die Platten werden wild bestellt und herumgereicht. Letztlich haben wir die ganze Karte wohl ausprobiert. Trotzdem bleiben die Kosten ok, jeder zahlt 100 HK$. Das richtige Chnesische Essen kann ich nach einer Woche nicht mehr so richtig riechen - vielleciht ist diese eine Nudelsuppe mit Rindinnereien von neulich dran schuld? |
![]() | Samstag, 17.8.2002
10 Uhr Treffen mit Duc bei Kowloon Tong - es ist schon verrueckt, am Samstag so frueh aufzustehen. Nach einem 2. kleinen Fruehstueck im Bahnhofsbereich dann Abfahrt mit der KCR (Kowloon Canton Railway) nach ....., wo wir 2 Tempel besichtigen. Der erste ist direkt in der Stadt, kein richtig heiliger Platz, denn es sieht dort eher nach einem Markt fuer Raeucherstaebchen aus. Der Ahnenkult wird hier sehr grossgeschrieben, ueberall haengen Bilder der verstorbenen, je nach Preislage etwas hoeher oder niedriger im Tempel. Sonst ueberall Buddhas - mehr davon bekommen wir im 2. Tempel zu sehen, er nennt sich Tempel der 10000 Buddhas. Um dorthin zu gelangen steigen wir einige 100 Treppen nach oben, eigentlich ist es dafuer zu heiss heute. Viele Pausen sind noetig - oben gibt es dann einen kalten Bohnensaft zur Erfrischung. Weiterfahrt nach Sai Kung, der Bus braucht ungefaehr 1 Stunde. Der dortige Strand sieht halbwegs einladend aus, so gehe ich das erste Mal kurz ins ca. 28 Grad warme Wasser (allerdings nur bis zu den Knien). MacDonalds vertreibt unseren Hunger und staerkt uns fuer die lange Busfahrt zurueck. Ich kaufe noch ein Buch ueber den McLehoseTrail, und stuerze mich dann ins Partyleben unserer Flat. Die beiden Franzosen feiern naemlich ihren Geburtstag vor, und das schon seit Mittag. Bei den hiesigen Alkoholpreisen geht da bestimmt ein Monatslohn dabei drauf. |
![]() | Sonntag, 18.8.2002
Schon wieder frueh raus aus dem Bett - gegen 8 Uhr ist es diesmal. Treffen mit den IAESTE Kollegen im Ergeschoss unseres Wohnheimes und ab nach Sai Kung (wieder mal!). Geplant ist ein Bootsausflug zu den aussenliegenden Inseln und zu entlegenen Badebuchten im Osten von Hong Kong. Leider ist das Wetter heute gegen uns. Oft muessen wir Plastikplanen auf dem Schiff hoch und runterlassen, es gibt viele Schauer. Deswegen eine kurzfristige Planaenderung fuer die bevorstehende Route - Taifunwarnung 3 laesst den Kapitaen wieder in die schuetzende Bucht zurueckfahren. Wir koennen zwischenzeitlich Baden, aber bei dem starken Wind macht es nicht so richig Spass - deswegen bleibe ich lieber im Trockenen. Lutz aus Karlsruhe, auch ein Informatiker, habe ich heute kennengelernt. Er wohnt ziemlich weit ausserhalb, in den New Territories - abends gehe ich mit ihm Taiwanesisch Essen (gut, sehr scharf! und ausserdem eher das, was man von daheim als chinesisches Essen gewohnt ist). Und - wichtig - wir schmieden erste Plaene fuer die naechsten Wochenenden (Wandern, China-Tour, Macao) |
![]() | Montag, 19.8.2002
Wieder Alltag, bis 16:30 im Buero - diesmal richtig produktiv. Ich entschliesse mich, etwas frueher zu gehen und mir das Museum of History anzusehen. Es hat leider nur bis 18 Uhr offen, aber ein Besuch lohnt sich. Viele Multimediashows, Bilder - es ist richtig toll und nicht mit dem Science Museum zu vergleichen (dies ist naemlich eher ein Spielplatz fuer Kinder). Da muss ich auf jeden Fall noch einmal rein. |
![]() | Dienstag, 20.8.2002
Unser 1. Projekt liegt erst einmal still, da das Design fuer die Registrierungsseiten erst noch genehmigt werden muss. Solange arbeiten wir an der Homepage fuer das SAO Office, die soll naemlich eine neue Gestalt bekommen. Dorinda, die Chefin, trifft sich kurz mit uns, um das genaue Aussehen zu besprechen. Abends dann zieht es mich in die Strassenschluchten von Mong Kok. Jede Nacht gibt es dort grosse Maerkte - Strassen werden zu Fussgaengerzonen. Von Computern ueber CDs und Rucksaecke bis hin zu Fruechten findet man hier alles. Weiterhin ist ein Internationales Dinner fuer Donnerstag geplant, Deutsche gibt es hier ja einige - so wird es kein Problem sein, morgen die geplanten Kaesespaetzle aufzutischen (vorausgesetzt, es gibt hier die Zutaten....) |
![]() | Mittwoch, 21.8.2002
Heute wird Perl mal fuer etwas wichtiges eingesetzt. Ich habe Zeit genug, ein kleines Skript zu schreiben, das mein Tagebuch in eine schoene Web-Page umformt. Macht Spass. Die restliche Arbeit liegt ziemlich flach - wir warten immer noch auf Designvorschlaege. Um 16 Uhr, also etwas frueher als sonst, mache ich Schluss in der Arbeit und gehe zielstrebig auf HK Island zu - mit der High Speed Ferry. Dort Sightseeing (kath. Kirche), Filmen, Spazierengehen - unter anderem in den Botanischen Gaerten, in den Midlevels (Rolltreppen fuehren dort hinauf) und in Lan Kwai Fong. 8 Uhr ist dann Treffen mit Duc angesagt. Nach gemeinsamen Abendessen beim Vietnamesen gehen wir in den Jazz Club, wo wir bei LiveMusik den Tag ausklingen lassen. |
![]() | Donnerstag, 22.8.2002
Es gilt, ein paar Arbeitsstunden aufzuholen. Also heute auf die Mittagspause verzichtet, und bis 18:30 gearbeitet. Dabei kann ich die restlichen Seiten fuer unser Registrierungsformular fertigstellen, eigentlich sollte soweit alles funktionieren. Morgen werde ich dann einen neuen PC bekommen und ihn als Server umbauen. Dann wird sich zeigen, ob die Software fuer anfang September einsatzbereit ist. Nach der Arbeit dann der Dinner-Abend - gegen 21 Uhr beginnen wir, die Deutsche Gruppe, mit dem Kochen. 90 Minuten spaeter wird dann gegessen - reichlich spaet zwar, aber dafuer schmeckt es um so besser. |
![]() | Freitag, 23.8.2002
Die Arbeit heute beschraenkt sich darauf, auf den neuen PC zu warten, den ich als Server ausbauen kann. Dort soll dann mal mein Eingabeformular und die anfallenden Daten verwaltet werden. Viel Zeit bleibt mir dafuer, Antenne Bayern und andere deutsche Radiosender uebers Internet zu hoeren, Nachrichten aus der Heimat... Um 4 Uhr verlasse ich dann die Arbeit und fahre per High Speed Ferry und Peak Tram auf den beruehmten Victoria Peak. Von dort hat man eine sagenhafte Aussicht auf Hong Kong und Kowloon. Noch im Tageslicht laufe ich von der Bergsation auf den Gipfel, von woaus man allerdings nur die vorgelagerten Inseln sehen kann und das Suedchinesische Meer. Zurueck auf der Beobachterterasse mache ich viele Aufnahmen der abendlichen Skyline - auch Zeitrafferversuche waehrend der Daemmerung. Spaeter treffe ich auf andere IAESTEler, die erst gegen 8 Uhr oben ankommen - Milena, Tobias und Alex. Der Rueckweg wird dann gelaufen, bergab geht es ja leichter. Zurueck in der Flat wird noch der Abschied von Alex, meinem Zimmerkollegen, gefeiert, der Sonntag frueh nach Konstanz zurueck fliegt. 2 Uhr ist diesmal Deadline. |
![]() | Samstag, 24.8.2002
Gegen 12 Uhr beginne ich meine heutigen Aktivitaeten - auf nach Central. Von dort aus mit der Tram nach Kennedy Town, im aeussersten Westen von Hong Kong und mit einem Bus nach Aberdeen. Hier ist die stadt schon viel urspruenglicher - kein Tourismus, auch wenig Geld. Ganz andere Strassengeschaefte findet man hier, viele Werkstaetten, Waschsalons und exotische Fruchthaendler. Von Aberdeen nehme ich den Bus zum Strand, Repuls Bay, wo ich das erste mal so richtig Gelegenheit habe zu baden. Sehr schoen warmes Wasser ist hier, schaetzungsweise 28 Grad. Der Strand ist nahezu voll - Wochenende! Abends dann mit einem weiteren Bus zurueck, langsam gewoehne ich mich an die oeffentlichen Verkehrsmittel hier. |
![]() | Sonntag, 25.8.2002
Sehr heiss ist es heute, fast zu heiss fuer meinen Plan: Wandern. Trotzdem fahre ich gegen Mittags mit MTR und Minibus zum Fuss der ShaTin-Passstrasse. Diese, oftmals 20% steile Route, wandere ich nach oben, am Gipfel beginnt dann der eigentliche Wanderweg, Sektion 5 des McLehoseTrails. Stufen ueberall, oft bergab, dann oft bergauf. Es ist anstrengend, aber ich habe einige tolle Aussichten auf die Stadt, aber auch auf die New Territories im Norden. Unterwegs treffe ich auf Edward, einen Chinesen (wie man am Namen nicht erkennen kann) - wir gehen die Haelfte des Weges zusammen. Er kennt sich hier ganz gut aus und gibt mir einige Tipps. Am Ende meines Tagesabschnittes durchlaufe ich einen Nature-Trail und ploetzlich, wer sollte es glauben, springen einige wildlebende Affen vor mir auf den Weg. Sie sind hier wohl beheimatet, einige Familien - von jung bis alt. Tolle Filmaufnahmen springen dabei raus. |
![]() | Montag, 26.8.2002
Heute kommt der neue PC im Buero an, ich habe also meine Tagesaufgabe: Apache-Server installieren, ausserdem PERL, und dann die MTC Seite, die in den letzten Tagen entstanden ist, drauf. Interessante Arbeit, gegen Ende des Tages klappt dann auch alles. Heute gehe ich etwas spaeter aus dem Buero, dann auch direkt in die KCR und zusammen mit Tobias und Milena durch die naechtlichen Strassen von Hongkong. Der Weg fuehrt uns von Mongkok ueber die Nightmarkets, Lady Markets und die Templestreet zurueck ins Pak Sui Yuen, wo ich noch das Ende der Geburtstagsparty von Owen mitbekomme. Owen ist aus Irland, hat nach seinem Arbeitsaufenthalt hier 2 Wochen China besichtigt und bleibt noch fuer 3 Tage hier - uebernachten kann in unserem Zimmer, wo nach Alex' Rueckflug ja ein Bett freigeworden ist. |
![]() | Dienstag, 27.8.2002
Urspruenglich wollte ich heute frueher gehen, zum Schwimmen nach der Arbeit... Das Wetter spielt allerdings nicht richtig mit, vormittag regnet es sogar mal kurz. Also beschliesse ich, laenger in der Arbeit zu bleiben und dem Registrierungsprogramm den letzten Schliff zu geben. Abends treffe ich mich dann mit Lutz, wir wollen ins Ricks Cafe, das wir aber nicht finden koennen. Also muss ein anderes Restaurant herhalten. Plaene fuer die Chinareise werden geschmiedet, wenigstens mal die groben Vorstellungen. Danach dann noch im Kowloon-Park, der abends schoen menschenleer ist und eine gute moeglichkeit bietet, den Tag ausklingen zu lassen. |
![]() | Mittwoch, 28.8.2002
Heute wird nur bis 16.45 Uhr gearbeitet, danach gehe ich mit Milena ins History Museum, das heute ja freien Eintritt bietet. Das 2. und 3. Stockwerk sehe ich mir diesmal an, nachdem ich den Anfang ja schon kenne. Ich sollte aber evtl. doch noch einmal hinein gehen, es ist sehr interessant! Spaeter am Abend dann noch einmal ins Buero und einige Bilder fuer morgen, also fuer die Praesentation ausgedruckt. Nach dieser letzten Arbeitsstunde fuer heute schaue ich mir einen Film an, eine meiner eigenen DVDs (Italowestern) |
![]() | Donnerstag, 29.8.2002
Erst einmal spaeter aus dem Bett, Ueberstunden habe ich ja genug. Also geht es heute gegen 9:45 ins Buero. Dort bereite ich mich auf meine Deutschland-Praesentation vor, die gegen Mittag stattfinden soll. Zuerst gibt es ein Sandwitch und dazu Zitronentee, sehr bitter - und danach dann die 25 Minuten ueber mein Heimatland. Milena zuerst, dann ich.. Etwa 40 Leute hoeren mehr oder weniger interessiert zu, und am Ende ergeben sich viele Moeglichkeiten, sich mit ihnen zu unterhalten. Manche sind an unserer Kultur wirklich sehr interessiert! Um 19 Uhr treffen wir uns mit einer Mitarbeiterin im Buero, sie will uns zu einem christlichen Treffen mitnehmen, das jede Woche stattfindet. Wir fahren zusammen dorthin (bei Mong Kok) und sehen das erste mal, wie es bei einer chinesischen Familie in der Wohnung aussieht. Ein vielfaeltiges Abendessen ist angerichtet (Buffet), dazwischen wird gebetet, gesungen und gespielt. Zurueck in Pak Sui Yuen treffe ich Matthias, der heute Geburtstag feiert und gratuliere ihm. |
![]() | Freitag, 30.8.2002
Letzter Tag fuer Beendigung des 1. Projektes. Am Montag kommen die neuen Studenten, und bis dahin soll unser Anmeldeformular lauffaehig sein. Also wird programmiert, hier und da ausgebessert, mal an Testdaten geprobt usw. Deswegen bin ich heute auch bis 20:30 Uhr im Buero und sammle Stunden, die ich die naechsten Wochen ueber abfeiern kann. Abends gehe ich in eine katholische Kirche, St Rosalie, die direkt gegenueber des Geschichtsmuseums ist. |
![]() | Samstag, 31.8.2002
Mit den anderen IAESTE Studenten gehe ich heute in den Oceans Park, eine Art grosser Zoo, in dem man viele exotische Tiere sehen kann: Goldfische, Haie, Pandas, Atoll-Riff-Bewohner usw... Fast den ganzen Tag dauert es, bis wir den Park durchlaufen haben, dementsprechend muede sind wir danach auch. Abends gehe ich dann trotzdem nochmals kurz aus dem Haus. Duc feiert seinen Einzug in die neue Wohnung in Tseung Kwan O, bis dahin brauche ich fast eine Stunde mit der UBahn. Es ist ein ziemlich schoenes, neues Haus, allerdings im Standardbaustil, 50 Stockwerke! |
![]() | Sonntag, 1.9.2002
Heute nehme ich mir nicht viel vor, kein Sightseeing oder aehnliches. Morgens gehe ich in eine Katholische Messe in St Rosalie - die wird fast genauso abgehalten wie in Deutschland, allerdings natuerlich in einer anderen Sprache.. Danach schaue ich in die anglistische Kirche St. Andrew, gleich gegenueber des Islamischen Zentrums in der Nathan Road. Daheim lese ich etwas in Reisefuehrern, dann ist dieses Wochenende auch schon vorbei. |
![]() | Montag, 2.9.2002
Heute ist Stichtag fuer mein erstes Projekt: Die Registrierung der neuen Studenten beginnt, denn das neue Semester faengt heute an. Es zeigt sich also, ob wirklich alles gut programmiert ist. Und es scheint gut zu sein: nach einem halben Tag sind um die 50 Leute angemeldet, gegen abend dann 70. Ally, die Verantwortliche fuer den Student-Club ist ganz gluecklich, dass alles reibungslos klappt, als Dankeschoen bekomme ich einige Werbekulis und eine Tasche von Microsoft - mal sehen, ob die haelt. Ich darf mich jetzt uebrigens auch zu den Mitgliedern der Public Library zaehlen, dort findet man viele Reisebuecher und Bildbaende. Nach der Arbeit erkunde ich die Westseite von HK per Bus, Tsing Yi ist die erste Station. Von dort aus geht es ueber die bedeutende Bruecke, die laengste ihrer Bauart. Vor allem nachts gibt sie ein schoenes, farbenfrohes Bild ab. Kurz vor dem Flughafen steige ich aus und waehle wiederum die andere Richtung. 1 Stunde spaeter, es ist schon mitten in der Nacht, komme ich zu Hause an. |
![]() | Dienstag, 3.9.2002
Seit laengerer Zeit kann man an diesem morgen wieder einmal Regenschauer beobachten. In einer Trockenzeit schleppe ich mich ins Buero und gehe an die heutige Arbeit. Viel gibt es nicht zu tun, etwas programmieren fuer die SAO-Seite, das war es auch schon. Sebastian schreibt mir ein paar e-mails, er moechte nach HK kommen, nachdem er in Dalian nachstes Wochenende fertig wird. Vielleicht koennen wir uns ja treffen und einiges gemeinsam unternehmen? Gegen 18:15 Uhr mache ich mich mit Calvin, meinem Kollegen, auf den Weg nach Mong Kok. Gemeinsames Abendessen steht auf dem Programm, Vietnamesisch, also Gerichte, die dem Chinesischen Essen, das man in Europa bekommt, schon sehr viel naeher kommen. Sehr scharf und wuerzig! Am Heimweg treffen wir auf Strassengaukler, die ihr TaiChi demonstrieren, auf alte Chinesen, die Teile der Peking-Oper vorfuehren, kommen an vielen Haustiergeschaeften vorbei, wo man neben Goldfischen auch Hunde in vogelkaefiggrossen Kisten kaufen kann und erreichen gegen 22:30 dann wieder die Suedspitze Kowloons. |
![]() | Mittwoch, 4.9.2002
Heute kuerzerer Tag im Buero - die MSTC Registrierungsphase findet an diesem Mittwoch uebrigens ihren Abschluss. Der Campus ist nun mit Menschen gefuellt - der dritte Tag des Semesters bricht an. Viele Studenten sieht man teilweise zielstrebig, teilweise ahnungslos umherlaufen - die Kantinen sind seit Beginn der Woche ueberfuellt. Wir sollten also fuer die Mittagspause die Stosszeiten vermeiden. Ueberall Einfuehrungsprogramme fuer die Neulinge, SAO, also mein Buero ist ganz gross dabei, schliesslich kuemmern die sich auch um alle Freizeitaktivitaeten. In letzter Zeit gehen wir oft mit Michael zum Essen, einem Inder, der in Honk Kong aufgewachsen ist und in Kanada studiert hat, heute aber bin ich alleine mit Calvin auf Essenfassen. Nach der Arbeit, gegen 15:30 Uhr gehen Milena und ich ins Hong Kong Museum of Arts, dreistoeckig mit super Ausblich auf den Hafen. Die Ausstellungen im inneren sind ohne Fuehrung schwer zu verstehen. Nen groben Ueberblick kann ich mir aber schon verschaffen - sehr kunstfertige Metall-, Jade- und Steinarbeiten hat die Chinesische Kutur schon vor Jahrtausenden zustandegebracht, mit dem Malen oder Zeichnen haben sie sich im Vergleich zu unserer Zivilisation schon schwerer getan - recht grobe Linien und wenig realistische Bilder sind zu sehen. Die fuer mich interessanteste Ausstellung ist ohne Frage eine Bildersammlung ueber die Geschichte Hong Kongs, von 1840 bis ca. 1940. Nach dem Museumsbesuch mache ich mich auf den Weg in die Hong Kong Public Library in Causeway Bay: 8 Stockwerke voll mit Buechern und Zeitungen, und vor allem: sehr viele (>100) Computerarbeitsplaetze, auch Moeglichkeiten, den eigenen Laptop mitzubringen und ans Netz anzuschliessen. Nach nem kleinen Stadtrundgang in diesem Distrikt komme ich dann gegen 22:30 zuhause an. |
![]() | Donnerstag, 5.9.2002
Wiederum frueh nach Hause, denn in der Arbeit gibt es wenig zu tun. Das erste Projekt ist nun ziemlich endgueltig vorbei - 153 Studenten haben sich angemeldet. Ich erzeuge einige Statistiken und Diagramme aus den Datenfiles, alles in allem nur ne ABM und ne Art Scheinarbeit - aber es sieht gut aus. Was neues anzufangen, was richtig grosses, neues hat wahrscheinlich kaum mehr einen Sinn, bei einer Reststundenzahl von ca. 70 Stunden wird man dann eh nicht mehr ganz fertig. Morgen werde ich mich ueber die Eingabetemplates fuer die Kollegen hier machen, ein Job, bei dem ich nur ein paar Anpassungen machen muss, ansonsten aber fast Projekt Nr. 1 benutzen kann. Sonst steht ab und zu mal ne kleine Sache fuer die Internetseite an (die Milena grad designt), aber heute schaue ich erstmal in der Buecherei vorbei - und finde ne Karte der New Territories. Wanderwege sind dort eingezeichnet, viele Details, also gerade richtig fuer unsere Tour heute Nachmittag: 15 Uhr verlassen wir das Buero, schnappen noch Matthias auf und machen uns auf den Weg nach Norden, dorthin, wo ich meine letzte Wanderung beendet habe. Abermals die Affen, diesmal nicht nur einige, sondern Hunderte! Sie bevoelkern die Strassen, suchen nach Essbarem, tragen die Affenkinder umher, spielen und machen Laerm. Zuerst nehmen wir den falschen Weg, ist aber auch ne schoene Gegend, spaeter dann, als wir zum Ausgangspunkt zurueckkommen und die Richtung aendern ist klar, dass wir in die Dunkelheit hineinlaufen. Wir gehen auf Strassen, nicht auf Wanderwegen, und so sollte das kein Problem sein. Um 19 Uhr wird es finster, eine halbe Stunde spaeter erreichen wir dann auch unser Ziel - naja, nicht das urspruengliche, aber doch wieder die Zivilisation, was hier gleich heisst: die Wolkenkratzer am Waldrand. Schoen war es, fast ein kleines Abenteuer (ok, hoechstens fuer Stadtmenschen) - der Bus bringt uns in knapp einer Stunde wieder zurueck. |
![]() | Freitag, 6.9.2002
Bis 20:50 bin ich heute im Buero, mal etwas Stunden gutmachen, die in den letzten 2 Tagen gefehlt haben. Schon wieder spendiert jemand ein Sandwich und etwas zu trinken, wird hier wohl oft so gemacht! Das heisst, nach dem Mittagessen noch eine zweite Essenspause gegen 4 Uhr, und dabei Gelegenheit, mit anderen Kollegen zu sprechen. Ausserdem noch ein weiterer Bibliotheksbesuch. Die Chinasektion befindet sich im Erdgeschoss der PolyU-Library, das ich heute das erste mal betrete. Sofort fallen mir interessante Bildbaende ueber China und Hongkong ins Auge, 2 davon gehoeren fur die nachsten Tage mir. |
![]() | Samstag, 7.9.2002
Ein weiteres Wochenende im Fernen Osten bricht an - und bietet wieder mal Gelegenheit, bisher zu kurz gekommenen Schlaf nachzuholen. Heute sind wir von unserer Chefin, Dorinda Fung, zu ihr nach Hause eingeladen worden - um einmal zu sehen, wie chinesische Leute leben. Deshalb wird die eigentliche Tagesplanung, einen Ausflug auf die Insel Cheung Chau zu machen, kurzfristig geaendert - die Zeit dafuer waere nun einfach zu knapp. Um 11 Uhr heisst es heute "aus dem Bett", was auch daran liegt, dass es um diese Uhrzeit schon sehr warm in den Zimmern wird, zu warm zum schlafen (9 Uhr werden die Klimaanlagen abgestellt). Ein Besuch des Space-Museums fuellt meinen fruehen Nachmittag, interessante Videos ueber den Beginn der Raumfahrt und die Tiefen des Weltalls bekommt man dort zu sehen. Am beruehmtesten, auch architektonisch, ist die Planetariumskuppel, die Spaceshow darin unterhaelt mich in etwa 40 Minuten. Dann heisst es aber schnell zurueck und fertig machen fuer unsere Einladung. 16:30 Uhr treffen wir Frau Fung an der Uni und fahren zu ihr nach Hause. Ihr Heim ist sehr im westlichen Stil gehalten, fast italienisch, also untypisch fuer die Gegend hier. Nur 4 Stockwerke hat das Gebaeude - ein grosser TV, Terrasse, Teich, Sammlung von Objekten aus aller Welt und eine Haushaelterin von den Philippinen deuten darauf hin, dass unsere Chefin wohl relativ wohlhabend ist. Ihr Mann ist Lokalpolitiker, wie wir erfahren. Sie zeigt uns allerlei Photoalben, mehr (von Zimmern, Gebauden) oder weniger (von Hochzeit, Kleidern) interessante Bilder beleben den Nachmittag. Das Dinner beginnt recht spaet, gegen 20:30 Uhr, in einem luxurioesen chinesischen Restaurant. Eigentlicher Anlass ist der 89. Geburtstag ihrer Schwiegermutter, deswegen trifft man auch die Verwandschaft der Familie, die auf Anhieb sympathisch wirkt (mehr als sie selbst). Nach all den Fischen, Haehnchen, Reis und anderen Spezialitaeten, die uebrigens auf einem runden Drehtisch serviert wurden, faehrt uns Herr Fung zur Uni zurueck - nun fast schon Mitternacht. |
![]() | Sonntag, 8.9.2002
Um acht Uhr aus den Federn, noch im Halbschlaf bereite ich mich auf den heutigen Ausflug vor. Zusammen mit Lutz uns Jari, vielleicht Matthias und Duc (die dann allerdings nicht auftauchen bzw. verschlafen) werde ich das Strandleben rund um Tai Lon Wan geniessen. Um dorthin zu gelangen, ist es allerdings ein weiter Weg, der Strand ist nicht ueber eine Strasse erreichbar. Dies hat natuerlich auch seine Vorteile: als wir nach einer Stunde Anfahrt, einer weiteren Stunde Einkauf und zwei Stunden Wanderung durch die Djungleaehnlichen Waldgebiete rund um den McLehoseTrail, nach Begegnungen mit Heuschrecken, mit Froeschen und tollen Landschaften am Strand ankommen, sind dort nur eine Handvoll Leute. Ein englischer Name beschreibt die Bucht als Big Wave Bay, und es gibt hier wirklich einige Wellen, was im Wasser viel Spass macht. Dazwischen wird dann wie geplant gegrillt. Wir heben eine kleine Grube aus und zuenden darin unsere mitgebrachten Kohlen an - ein wenig verstecken sollte man das offene Feuer schon, offiziell ist es naemlich unter Strafe verboten. Die paar Wurste und Rindfleischstuecke, die wir mitgebracht haben, machen satt und ermuntern zu weiteren Schwimmversuchen. Nach etwa 3 Stunden machen wir uns auf den Rueckweg - es wird bereits wieder dunkel. Lutz kennt den Weg, deswegen koennen wir uns auf das Risiko einlassen: immer wieder auf und ab, der Weg geht anfangs durch Waldgebiete und sogar durch Wasserlaeufe, spaeter dann, in voelliger Nacht, entlang einer immerhin sichtbaren Strasse. Den letzten Bus um 21:30 erreichen wir noch, dann stehen 2 weitere Stunden Bus- und Zugfahrt vor uns. Dann Dusche, dann Bett. 20 Kilometer Weg sind es insgesamt gewesen, ein schoener Ausflug! |
![]() | Montag, 9.9.2002
Ziemlich muede noch vom Vortag und der langen Wanderung gehe ich ein wenig spaeter ins Buero - und bleibe dafuer auch bis etwa 18:40 Uhr. Danach geht es gleich auf in Richtung Hung Hom, einem benachbarten Stadtviertel, das ich bisher allerdings noch recht wenig kenne. Rein zufaellig erreiche ich ein grosses, nobles Einkaufsviertel, wirklich sehr sauber und schoen gemacht, mit grossen Lichterketten und Beleuchtungsspielen. Knappe 2 Stunden spaziere ich in dieser Gegend und filme die neuen Eindruecke, bevor ich mich wieder auf den heimweg mache. |
![]() | Dienstag, 10.9.2002
So schoen faengt der Tag noch an - gutes Wetter, wie waehrend der vergangenen Wochen auch. Ich gehe jetzt oefters mal in die Buecherei der PolyU, wenn man deren System versteht, kann man viele interessante Buecher finden und leihen. Auch die Medienabteilung ist riesig (DVDs, CDs, Videos). Um 16 Uhr dann nehme ich den Airportbus A21, direkt ueber die grosse Bruecke nach Lantau und zum Flughafen. Trotzdem dauert die Fahrt knapp 1 Stunde. Wie ausgemacht treffe ich Sebastian in der Flughafenhalle und bringe ihn zu meiner Unterkunft. Dreieinhalb Stunden Flug hat er nun hinter sich, von Dalian bis nach Hongkong. Schon waehrend der Fahrt kann ich ihm einiges ueber die Stadt erzaehlen, es ist dann spaeter auch kein Problem, an der Heim-Verwaltung vorbei in die Flat zu kommen. Jetzt allerdings legt der Regen richtig los! Fast wolkenbruchartig kommt es vom Himmel, und wir sind erst einmal fuer ne Zeit im inneren der Wohnung gefangen. Spaeter gehen wir in Kowloon spazieren, in TST und ich zeige Sebastian die Skyline von HK Island. Natuerlich probieren wir gleich die Starferry aus, die uns bei staerkerem Wellengang nach Central bringt - und dort wird zu Fuss und per Tram die naehrer Umgebung abgelaufen. Erst gegen Mitternacht sind wir in der Flat zurueck, am Weg treffen wir zufaellig noch weitere IAESTler, die uns mit nach Hause begleiten. EIn Zimmer ist noch frei in 3D, so ist die heutige Nacht fuer Sebastian kein Problem. |
![]() | Mittowch, 11.9.2002
Heute ist es soweit - der erste Taifun Nummer 8 fuer dieses Jahr kommt in HK zu besuch, und wir duerfen es live miterleben. Also ist der eigentliche Plan, abends ein Pferderennen anzusehen, nicht zu machen. Zuerst war es noch Warnung Nummer 3, dann, gegen Mittag nimmt die Windstaerke noch etwas zu und so sind wir fuer den Rest des Tages von der Arbeit befreit. Ich treffe Sebastian dann gegen 13:30 Uhr, warte erstmal die staerksten Boen ab und mache mich dann mit ihm kurz darauf nach Mong Kog und Shatin auf. So wird ein wenig in Haustier-, Schuh-, Kleidungsgeschaeften gebummelt, ein wenig gefilmt, Stadtteile besichtigt usw. Und so schlimm ist der Sturm hier auch nicht - hat keine Nummer 8 verdient! Abends sitzen wir fuer einige Zeit wieder in der Naehe des Star Ferry Piers in TST und betrachten den hohen Wellengang. Klar ist die Sicht auf dei Skyline heute, was bestimmt auch an dem Taifun liegt. |
![]() | Donnerstag, 12.9.2002
Wiederum kein sehr schoener Tag, gegen Mittag allerdings wird der Himmel klarer, was gegen abend schon wieder anders aussieht. Dieses kurze Zeitfenster nutzen Sebastian und ich, um auf den Peak zu fahren. Fuer mich also das zweite mal dieser tolle Ausblick - diesmal bei Tag und Gelegenheit, neue und mehr Fotos zu machen. Eine Stunde sind wir oben - Zeit, um einerseits schon mal ein erstes Mal zu Abend zu essen und die Aussicht zu geniessen. Etwas zu spaet kommen wir dann wieder mit Tram und Faehre zurueck - heute abend ist ein vegetarisches Schanghai-Essen geplant, ganz offiziell ueber IAESTE, und Treffpunkt dafuer ist 7 Uhr. Um 15 Minuten verpassen wir diesen Termin, finden dann aber wenige Minuten spaeter dennoch das richtige Restaurant und nehmen am Buffet teil. Danach trifft man sich wieder in unserer Flat - schon lange her, dass es das letzte mal richtig voll war! Plaene fuers Wochenende (Macau) und fuer die Zeit danach (China-Tour) werden konkreter und ausgiebig geschmiedet. |
![]() | Freitag, 13.9.2002
Wegen Sebastian verlasse ich heute die Arbeit wieder frueher - gegen 15 Uhr. Mittags ist also nochmals kurz Gelegenheit, mich von Heiko aus Kaiserslautern zu verabschieden - er fliegt heute abend nach Deutschland zurueck. Dann nachmittags - der Schock, nicht fuer mich, aber fuer Sebastian. Er braucht noch ein Visum, um ein zweites mal nach China einreisen zu koennen - die gebuchte Flug und Busreise beginnt morgen abend fuer ihn. Deswegen schnell noch ein Besuch in der KCR - Station, dort ist es zu teuer! Dann mit Christian zusammen ins Chunking Mansions, ner Art Jugendherberge in Hongkong (sehr beruehmt!). Es tummeln sich eine Menge Inder und Schwarzafrikaner in dem Bereich der billigen Unterkuenfte - im Buero treffen wir eine zwielichtige Gestalt, die uns ueber dunkle Wege ein Visum beschaffen koennte, und zwar bis morgen. Dunkler Graumarkt - wir beschliessen, doch wieder zu einer offiziellen Agentur zu gehen und Sebastian kann bei der CTS fuer 250 ein Expressvisum beantragen. Ging nochmal alles gut, auch wenn es knapp war! Abends dann wieder mal voll in 3D: die Austauschstudenten aus dem neuen Heim kommen uns besuchen, und es gibt wieder eine kleine Feier. |
![]() | Samstag, 14.9.2002
Wie ausgemacht, verabschiede ich mich diesen Morgen kurz von Sebastian und steie in die Faehre nach Macau, einer knapp 50 km entfernten, am anderen Ende des Perlflussdeltas liegende, ehemals portugiesische Stadt. 60 Minuten dauert die Fahrt, es ist ein TurboJet-Boot und so komme ich um 12 Uhr dort an, gerade rechtzeitig, um Jari und Lutz zu treffen. Die beiden sind bereits gestern abend hier angekommen. Zuerst besichtigen wir das Grand Prix Museum, danach dann erst einmal ab in Richtung Unterkunft, einer wirklich einfachen Bude (nur 70$ pro Zimmer), die aber fast im Zentrum ist. Mittagessen ist recht gut und viel, portugiesischer Stil... Mit vollem Magen wird der empfohlene Rundgang gemacht, noch ist es recht trocken, kein Regen. Wir sehen die Kathedrale, das Stadtzentrum mit den mediterranen Haeusern, die neuen Hochhauser am Stadtrand, viele Kirchen und ausserdem das beruehmte Casino. Abends findet ein Teil des beruehmten Feuerwerkfestivals statt, allerdings mit Regen. Eine Stunde lang sind wir danach in der Spielhoelle und koennen Leuten zuschauen, die ohne weiteres mit 10000$ - Jetons herumjonglieren, dabei viel gewinnen oder verlieren.. Die Nacht wird mit dem Besuch einer Karaokebar der Abend beendet. |
![]() | Sonntag, 15.9.2002
Nach einer kurzen Nacht auf einem harten Bett (dafuer nur knapp 30 $ bezahlt) geht es erstmal zum Fruehstueck zum McDonalds, danach zum Kaffeetrinken. Eine Rundfahrt ueber die Insel mit dem Bus laesst uns zumindest alles im Trockenen besichtigen. Wir steigen in einem kleinen Dorf im Sueden von Macau aus, einem ehemaligen Piratennest. Dort gibt es Tempel und Kirchen zu sehen, eine Mischung zwischen westlicher und oestlicher Kultur. Zurueck auf der Hauptinsel geht es ins Museum und zur Festung, beides in der Naehe der Kathedrale - abends dann noch einmal in unser Stammrestaurant. Eine schnelle Katamaranfaehre bringt uns schliesslich gegen 21 Uhr in 70 Minuten zurueck nach Kowloon. |
![]() | Montag, 16.9.2002
Karten schreiben am abend, fast 2 Stunden |
| Dienstag, 17.9.2002
Starker Regen heute, schlechtes Wetter! Dennoch gehe ich abends in Richtung Sham Sui Po, wo riesige Computershoppingmalls sind. Einkaufen fuer CHina, einige Buecher, Kleidungsstuecke usw... | |
| Mittwoch, 18.9.2002
Nach der Arbeit geht es dann endlich, das erste Mal zum Pferderennen. Unter der Woche ist es in Happy Valley, dem kleineren der beiden Rennstrecken. Viele Touristen trifft man dort, auch viele Zocker und Spieler. Natuerlich wette auch ich, Calvin, der mich begleitet ist ja ein richtiger Experte - er kennt viele Jockeys und Pferde! Glueck muss man haben - aus 10 HK$ mache ich auf Anhieb 220 HK$, Pferd Nummer 5 war mein Gluecksbringer! Viele Filmmotive ergeben sich, schreiende Zuschauer usw. Immerhin verlasse ich den Platz mit knapp 100 $ Gewinn, nachdem wir 7 Rennen gesehen haben. Danach noch schnell eine Staerkung in Form eines Milchshakes in einem wirklich guten Restaurant, und ab nach Hause! | |
| Donnerstag, 19.9.2002
Um 10 Uhr bin ich heute im Buero, es ist nicht mehr viel zu tun. Calvin kommt in unserem Buero vorbei, wir sprechen noch wegen gestern abend, dem Pferderennen und er versucht, mir chinesische Brettspiele beizubringen. Schnell vergeht also die Zeit, Mittags dann gibt es noch einmal eine Art Abschiedsessen, Dim Sum, in der Staff-Kantine. Es ist Zeit fuer einige Fotos, Erinnerungsbilder und -filme werden gemacht. Wir treffen also nochmal viele Kollegen. Abends denn Kino: direkt gegenueber unseres Hostels. "Bourne Identity" schauen wir uns an, wir, das sind Calvin, Michael und ich. Duc treffen wir abends um 8, gehen zum Cultural Center und bewundern die ersten Vorboten des Midautumn - Festivals. Ein kurzer Besuch im nobelsten Hotel der Stadt (Peninsula), dann in ein Australische Kneipe, wo wir zu dritt den Abend beenden. | |
| Freitag, 20.9.2002
Heute beginnt er also, der letzte Arbeitstag. Nur noch 3,5 Stunden sind uebrig, ich beginne also erst gegen 11 Uhr. Letztes Mittagessen mit Michael, aufraeumen im Buero.. | |