Berlin 2001
- ein Tagebuch -
 
Da die dritten Semesterferien angebrochen sind, und sich für mich somit wieder die Freizeit in den Vordergrund drängte, kam der entschuss: Berlinurlaub, 1 woche
  Sonntag, 18.02.2001
Dieser Tag war für mich ein Tag im Zug, und auf den Bahnhöfen, natürlich. Es hieß nämlich Hersbruck-Pegnitz-Hof-Leipzig-Magdeburg-Berlin, also 5 mal umsteigen. Und dazu die Hälfte der Strecke im Stehen, ja, die Abteile waren nahezu voll. Als ich dann im Bahnhof Zoo ankam war es bereits dunkel, die Lichter der westlichen Innenstadt zeigen mir zum ersten mal das Großstadtflair von Berlin. Schön. Dann zu Fuß zur Jugendherberge, dort in ein Viererzimmer und erstmal Pause. Am selben Abend habe ich dann meinen Zimmerkollegen, Michael aus London näher kennengelernt (E-MAIL), zuerst beim Abendessen, dann beim Spaziergang zum Potsdamer Platz (letzter Tag der Berinale) und in einer dortigen Kneipe.
  Montag, 19.02.2001
Der Ostteil der Stadt stand auf dem Plan. Aber davor besuchte ich zum ersten mal ein IMAX-Kino, wo ein Ägypten-Film lief. Meine Stadtwanderung führte mich am Potsdamer Platz (Sony-Haus..), am Brandenburger Tor (leider verhüllt), am Reichstag und an der Prachtstraße unter den Linden vorbei. Letztere lief ich bis zum Alexanderplatz. Das Mahnmahl der Opfer des 2. WK, der Berliner Dom. die Museumsinsel, der Fernsehturm, das Rote Rathaus und das Nikoleiviertel bildeten die Höhepunkte dieses Weges. Abends dann Kreuzberg, zuerst zu Fuß, dann doch mit dem Bus. Aber kein Döner war mein Abendessen, sondern ein original Asia-Fastfood-Teller. Gute Kneipen suchte ich an diesem Abend leider vergebens.
  Dienstag, 20.02.2001
Morgens ein Spaziergang durch den Tiergarten, die große Grünfläche im Inneren der Stadt. Das sehr interessante und kostenlose Museum "Wiederstand gegen den Nationalsozialismus" hielt mich 2 Stunden in Bann. Danach bei sehr schönem Wetter zum Großen Stern mitsamt Siegessäule, zum Schloß Bellevue und zum Kulturhaus. Wie man sieht, war dieser Tag vom Westteil der Stadt geprägt. Dessen Zentrum, der Kurfürstendamm mit seinen noblen Geschäften und den modernen Glasbauten bot Gelegenheit für eine lange Wanderung mit Einkehr bei einem Chinesen, direkt am Kudamm. Interessante Fluchtgeräte und Bastlerschicksale konnte ich im Museum „Haus am Checkpoint Charlie“ sehen. In der Dunkelheit der Nacht dann der Weg zu 2 Kneipen: einer Südseebar mit Sand am Fußboden, und einer schicken Bar am Lötzowplatz mit 25m langem Tresen (teuer!).
  Mittwoch, 21.02.2001
Die Betten waren sehr schlecht (etwas zu weiche Matrazen), also war die Nacht meistens keine richtige Erholung der langen Laufwege des Tages. Vielleicht einmal Zeit, meine Mitbewohner aufzuzählen: Michael aus London, ein Kanadier, ein Chinese, ein etwas "obdachlos wirkender" Österreichischer Student in höherem Alter und ein Jurastudent vom Bodensee. Sonst waren hauptsächlich Jugend- und Schulgruppen als Gast in der Internationalen Herberge, wenig deutschsprachige. Der Tag führte mich zuerst ins sehenswerte Filmmuseum am Potsdamer Platz (Sonderausstellung Fritz Lang), dann, 4 Uhr Nachmittags, mit Michael zusammen in das Variete Wintergarten, wo sich Künstler, Jongleure, Seiltänzer wie in alten Zeiten vorstellten. Der Ausklang des Tages in der Juhe, an der Bar.
  Donnerstag, 22.02.2001
Noch einmal die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ablaufen, neue Museen erkungen und das Berlinbild abrunden, das sollte heute geschehen. Vom Gendarmenmarkt mit Theater, deutschem und Hugenottendom lief ich zum Markgräfischen Museum, des sehr eindrucksvoll die Stadtgeschichte von Berlin und Cölln zeigte. Lange hielt ich mich dort auf, bevor ich am Schloßplatz, also dort, wo früher das monumentale Bauwerk stand, mit Infotafeln weiter über das Schicksal der Stadt aufgeklärt wurde. Die östliche Innenstadt, der Fernsehturm standen auf dem Programm, bevor mich ein Bus zum Schloss Charlottenburg brachte. Sehr schön dort, fast schöner als in Potsdam, aber kalt war es, und so zog es mich in das frühgeschichtliche Museum (Schliemann, Troja..), auch wegen der Wärme. Abends dann am Kudamm zuerst im KaDeWe, dem Riesenkaufhaus, dann ein "nostalgisches" Kino, mit vielen Vorhängen vor der Leinwand.. Der Film: „Was Frauen wollen“ mit Mel Gibson
  Freitag, 23.02.2001
Mal was zum Wetter: Sehr veränderlich, mal Sonnenschein, zwischenzeitlich Regen. Kalt war es immer, aber was heute passierte, kann man fast nicht glauben: über Nacht bis zu 20 cm Neuschnee, und ich fuhr nach Potsdam. In der S-Bahn kam ich mit einem netten türkischen Studenten ins Gespräch, bevor der neue, schicke Bahnhof in Potsdam erreicht war. Dann die Innenstadt: Dom, Filmmuseum (UFA-Studios..), Holländisches Viertel, Brandenburger Tor. Ein Schneeparadies, der Park Sans-Soucis mit dem gleichnamigen Schloss. Riesengroßes Areal. Das Museum, die Führung durch die Wohnräume von Friedrich dem Großen, diente nicht nur zur Informationssammlung, sondern auch zum Wärmen in der nassen Kälte. Dann verließ ich wieder die Brandenburger Hauptstadt, um zum letzten mal meine Juhe zu beziehen.
  Samstag, 24.02.2001
Heute große Rückfahrt. Die Zugstrecken im ehemaligen Osten sind noch nicht gerade die besten, deswegen auch 9 Stunden Fahrt. Ganz zum Schluß ein Gespräch mit einer Chinesischen Lehrerin, die in Europa Praktikum macht, dann hielt der Zug auch schon in Nürnberg. Die Heimat ist erreicht.