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Was braucht man, um überhaupt mit der Filmerei anzufangen? Na klar, die richtige Kamera. Doch die Antwort ist gar nicht so banal, wie es scheint: Man sollte erst einmal die verschiedenen existierenden Kamera-Systeme gegenüberstellen und herausfinden, welches sich am besten mit den eigenen Ansprüchen (Qualität, Belastung des Geldbeutels...) deckt:

Analoge Systeme: 

  • Video8 bzw. VHS-C für normale Qualität (vergleichbar mit dem fast überall heimischen VHS-Videorecorder). Solche Kameras eignen sich nicht so sehr für den ambitionieren Videofilmer, der seine Werke nachbearbeiten will, sind aber für Schnappschüsse, Erinnerungsvideos.. u.ä. geeignet. Das Videosignal wird über ein ganz normales Cinchkabel übertragen. Preis: um 700-1000 DM 
  • Hi8 bzw. S-VHS-C Camcorder sind die "großen Brüder" der oben genannten. Sie bieten deutlich mehr Bildschärfe und liefern farbechtere Bilder. Dies kommt unter anderem dadurch zustande, daß Farb- und Schwarzweißinformation des Films auf dem Band getrennt gespeichert, und im Videokabel getrennt übertragen werden. Deswegen wird ein kabel mit einem sogenannten Hosidenstecker benötigt. Bis vor kurzem waren diese Kameras für den Amateur der Hi-End-Bereich, heute sind sie im Preis deutlich gesunken:  ca. 1500 DM.
  • Es existiert eine Weiterentwicklung des Hi8-Systems, bei dem auch auf der Tonspur des Videobandes Bildinformationen gespeichert werden. 
  • Eher im professionellen Bereich angesiedelt ist das Betamax System.

Auf VHS-C / S-VHS-C Kasetten passen um die 30-45 Minuten Video. Da diese im Vergleich zu VHS-Kassetten nur kleinere Abmessungen besitzen, von der Aufzeichnungstechnik aber gleich sind, sind Adapterkassetten am Markt, in die man (S)VHS-C Bänder einlegen und dann am "normalen" Videorecorder abspielen kann.

Hi8 / Video 8 Kassetten sind noch etwas kleiner als obige, bieten aber Platz für bis zu 90 Minuten Video. Auf ihnen herrscht also eine "höhere Informationsdichte", weshalb es bei billigeren Kassetten öfters sogenannte Drop-Outs (kleine Zitterer, "Fischchen") im Bild geben kann. Will man seine teure Kamera (beim Schnitt) nicht überbeanspruchen, ist die Anschaffung eines zusätzlichen Hi8-Recorders unerläßlich.

Bei nahezu allen Kameras kann der Aufnahmemodus SP/LP gewählt werden, wobei bei LP (LongPlay) die doppelte Menge Video auf ein Band paßt. Dies mindert aber die Bildqualität und sollte nur im Sonderfall eingesetzt werden. Bei Analogvideo kommt es außerdem sehr auf die Qualität des Videobandes an. Lieber etwas mehr Geld dafür ausgeben, als am falschen Ende zu sparen.

Digitale Systeme: 

Bei diesen Systemen wird das Video in der Kamera digitalisiert und als Bitfolge auf das Band gebracht. Das Bild wird also (theoretisch) selbst nach Jahren und vielfachem Abspielen nicht schlechter, beim Überspielen ist die Kopie vom Orginal nicht zu unterscheiden. Digitalkameras besitzen beinahe Studioqualität. Es gibt zwei Systeme:

  • DV/MiniDV: Solche Kameras bieten eine Digitalschnittstelle, I-Link genannt. Man kann also Video als Digitalstrom aus- und eingeben. Verwendet wird ein neues Kassettenformat, das nochmals kleiner als bei Hi8 ist. Kosten ab 2000 DM
  • Digital8: Sozusagen der Nachfolger des Hi8-Systems, Aufgezeichnet wird auf Hi8-Kassetten, wobei auf ein 90 Minuten Hi8-Band 60 Minuten DV-Video passen. Alte analoge Hi8 Aufzeichnungen lassen sich wiedergeben - auch über den I-Link Ausgange, man hat also einen Konverter zwischen der Digital- und Analogwelt (analoges Video digital aufzeichnen).  Preis liegt leicht unter DV-Systemen.

Bei den meisten Kameras findet man ein Bildstabilisierungssystem (z.B. Steady-Shot), welches das Zittern (vor allem im Telebereich) verringert. Den digitalen Lösungen sind hierbei die optischen Stabilisierungssysteme vorzuziehen, die mit Hilfe von beweglichen Prismen das Wackeln der Kamera ausgleichen.

Oft wird mit Zoom-Faktoren jenseits der 100-fachen Vergrößerung geworben. Dies ist absolut überflüssig, da jenseits dem Faktor 20 nur noch digital gezoomt wird, also ein Pixel im Bild aufgebläht wird. Neue Bildinformation wird dann also nicht mehr gewonnen.

Neuere Camcorder enthalten vielfältige Digitaleffekte (Solarisation, Titelgenerator, Negativ, Fotoaufnahme, längere Belichtung...),  Infrarotempfindlichkeit mit Restlichtverstärker ("Nachtsichtgerät", "Nightshot"), oder Überblendeffekte (Fader...). Inwieweit dies wichtig ist, kommt auf den Anwendungszweck der Kamera an. Viele Effekte kann man jedoch bei der Nachbearbeitung in Ruhe hinzufügen. 

Links zu einigen Kameraherstellern: