Frank's Homepage > Nachbearbeitung: Hardware

 

Das A und O eines Filmes: Die Nachbearbeitung! Wer kennt das nicht: Da hat man mühevoll einen langen Urlaubsfilm gedreht, und daheim will den langweiligen Streifen keiner mehr anschauen. Logischerweise kann ein 2-stündiger Film nicht fehlerfrei (verwackeltes Bild...) und in sinnvoller Reihenfolge aufgebaut sein. Deswegen sollte unbedingt das Rohmaterial geschnitten und nachvertont werden. Es gibt verschiedene Lösungen:

Lineare Schnittsysteme: Der Film wird entweder per Hand von einem Videoplayer auf einen Recorder überspielt oder ein Computer bzw. Schnittpult (dem vorher die Schnittliste eingegeben wurde) automatisiert diesen Prozeß. Spezialeffekte und Nachvertonung sind hierbei umständlich, jedoch mit analogen Videomischerkarten auch zu schaffen. Produkte z.B.:


Nonlineare Schnittsysteme: Der Film wird per Computerhardware digitalisiert, komprimiert auf Festplatte gespeichert und mit Schnittprogrammen bearbeitet. Effekte sind einfach anzuwenden, Nachvertonung kein Problem mehr. Bildgenauer Schnitt und fernsehreife Qualität ist möglich.

Zuerst die Anforderungen an den PC, um hochqualitatives Video (DV) komfortabel erzeugen zu können:

  • CPU mind 300 MHz
  • mind. 64 MB RAM
  • eine zweite Festplatte (optimal 20 GB) für die Videodaten (Datendurchsatz mind. 5 MB/s - also 5400 U/min)
  • Multimediabetriebssystem (WIN 98 SE, BeOS, Win2000)
  • optional CD-Brenner zum Archivieren der anfallenden Daten

Es gibt eine große Anzahl an Video(digitizer)karten, die das Video auf die Festplatte bringen, und dabei mit verschiedenen Technologien (Komprimierungsarten) arbeiten:

MJPEG (bis 6 MByte/s, S-VHS-Qualität bei ca. 2,5 MByte/s): jedes einzelne Bild wird JPEG-komprimiert. Gute Hardware kostet etwa 600-1500 DM, ist teilweise auch direkt in neuen Grafikkarten eingebaut, z.B. MPEG 1 (ca. 300  kByte/s, nur VHS-Qualität, verwendet bei Video-Disc oder CDI): Es werden nur Differenzen zum Bild davor und danach gespeichert, damit ist eine hohe Kompression möglich. MPEG 1 bietet allerdings nur halbe PAL-Auflösung von 384*288 Pixel, und ist deswegen für ernsthaften Videoschnitt nicht zu empfehlen - für die Archivierung von Videos auf CD's allerdings schon. Hardware ist im Bereich 600 DM angesiedelt, z.B.
  • PINNACLE Miro 10MP
MPEG 2 (bis 2,5 MByte/s, verwendet bei DVD): Von der Technik ähnlich wie bei MPEG 1 (Unterschiede zu Nachbarbildern speichern). MPEG2-Kodierung ist jedoch effizienter und komplexer als MPEG 1, bietet höhere Qualität und unterstützt volle  PAL-Auflösung, und das bei niedriger Datenrate. Bei guter Hardware (ab 2000 DM) etwa DV-Qualität, bei billigen Grafikkartenlösungen (ca. 500 DM) teilweise deutlich schlechter. z.B.: DV (ca. 3,5 MByte/s): Digitalqualität, Fernsehreif. Hat man bereits einen Digitalcamcorder, spart man sich das Umwandeln in andere Formate, man hat keine Kompressionsartefakte. Es gibt relativ teuere Karten (ab 2000 DM), die analoges Video in DV wandeln (und umgekehrt). Außerdem gibt es günstigere Hardware (ca. 400 DM), die nur als Controller dient, die also die bereits digital vorliegenden Videodaten von DV-Camcordern auf die Festplatte überspielt - und umgekehrt. Neuerdings wird diese Schnittstelle auch von Mainboards direkt unterstützt, z.B.

Hybridschnitt: Eine Mischung aus beiden Welten. Effekte werden im Computer berechnet, der Rest lediglich 1:1 analog überspielt.